Mit dem Camper über Nordeuropas höchste Passstraße Sognefjellet

Die Landschaftsroute über das Sognefjellet gehört zu den spektakulärsten Straßen Norwegens. Zwischen Gletschern, Fjell und endloser Weite verbringe ich Ende September zwei ruhige Tage auf 1400 Metern Höhe – fast allein in einer der beeindruckendsten Hochgebirgslandschaften Skandinaviens.
Stabkirche Lom

Auf dem Weg zum Sognefjellet – Start in Lom

Die Route über das Sognefjellet bin ich vor einigen Jahren bereits einmal gefahren – damals allerdings mit relativ wenig Zeit, da ich bereits an die Rückreise denken musste. Schon damals nahm ich mir vor, diese wunderschöne Strecke irgendwann noch einmal in Ruhe zu erleben.

Da sich an meinem ursprünglich geplanten Ziel an der norwegisch-schwedischen Grenze weiterhin ein hartnäckiges Regen- und Schneegebiet hält, beschließe ich dieses Ziel endgültig zu verwerfen und stattdessen die Gelegenheit zu nutzen, die norwegische Landschaftsroute über das Sognefjellet etwas genauer zu erkunden.

Die kleine Stadt Lom bildet dabei meinen Ausgangspunkt. Von hier aus führt die Straße zunächst durch ein herbstlich gefärbtes Tal in Richtung Fjell, das ich am späten Nachmittag erreiche.
Kaum Verkehr und leere Parkplätze

Allein im Fjell – Herbst auf der Landschaftsroute

Ende September habe ich das Fjell fast für mich alleine. Die Parkplätze entlang der Strecke sind leer und so finde ich schnell einen Platz auf einem Wanderparkplatz etwas abseits der Straße – umgeben von Bergen, Seen und Gletschern.

Nach einer kurzen Stärkung folge ich einem der zahlreichen Trampelpfade hinaus in die gefühlt unendliche Weite dieser einzigartigen Landschaft. Mit jedem Meter, den ich an Höhe gewinne, weitet sich der Blick. Immer neue Gletscherzungen tauchen um mich herum auf.

Das Sognefjellet hat seit meinem letzten Besuch definitiv nichts von seinem Reiz verloren.
Die letzten Sonnenstrahlen des Tages

Polarlicht-Hoffnung und Nebel über dem Fjell

Mit Einbruch der Dunkelheit kehre ich zu meinem Camper zurück. Wie bereits in den vergangenen Tagen meldet sich auch heute wieder meine Polarlicht-App auf dem Smartphone. Doch wie schon in den letzten Nächten zieht der Himmel zu.

Nebel und Hochnebel legen sich langsam über das Fjell und nehmen mir die Hoffnung auf Nordlichter.
Auf Erkundungstour im Fjell

Ein ruhiger Tag mitten in den Bergen

Nach einer sehr ruhigen Nacht beschließe ich, den Tag für eine Pause zu nutzen. Heute bleibt der Camper stehen.

Zwei Nächte am selben Platz zu bleiben ist beim Freistehen eigentlich nicht meine Art. Doch abgesehen von einer Handvoll Autos, die das Fjell an diesem Tag überqueren, und keinem weiteren Besucher auf dem recht großen Wanderparkplatz erscheint es mir ausnahmsweise vertretbar.

Ich genieße den Tag, den Blick auf die gigantische Umgebung und unternehme zu Fuß die ein oder andere kleine Erkundungstour. Auch wenn die Wolken im Laufe des Tages dichter werden, bleibt es bis zum Abend trocken. Erst mit einsetzendem Nieselregen deutet sich in der Nacht ein Wetterwechsel an.
Landschaftsroute Sognefjellet

Über Nordeuropas höchste Passstraße zum Sognefjord

Der nächste Tag beginnt grau und immer wieder regnet es leicht. Also setze ich meinen Camper wieder in Bewegung.

Es geht durch das Fjell, über die Passhöhe und schließlich in Richtung Sognefjord nach Gaupne. Ich bin bewusst langsam unterwegs und lege entlang der Strecke immer wieder kurze Stopps ein.

Während einer Regenpause kommt auch noch einmal die Drohne zum Einsatz. Aus der Luft wird erneut deutlich, wie spektakulär diese Landschaft ist.

Die Route über das Sognefjellet gehört nicht nur zu den offiziellen Norwegischen Landschaftsrouten, sondern ist mit 1434 Metern Höhe die höchste Passstraße Nordeuropas.
Sognefjord

Entlang des Sognefjords nach Gaupne

Die letzten Kilometer der Landschaftsroute führen entlang des Sognefjords. Hier ist deutlich mehr Verkehr unterwegs und die enge Straße direkt am Wasser erfordert erhöhte Aufmerksamkeit.

Zudem wird der Regen langsam, aber stetig stärker.

In Gaupne endet schließlich die Landschaftsroute – und damit auch mein ursprünglicher Plan für diesen Tag.

Ein Blick auf Google Maps zeigt mir, dass es hier ein Hallenbad gibt. Eigentlich genau das Richtige bei diesem Wetter. Allerdings öffnet es an diesem Tag erst um 15 Uhr. Da bis dahin noch etwas Zeit bleibt, verlasse ich die Stadt wieder und folge meinem Gefühl in ein kleines Seitental.
Jostedal

Ein unerwarteter Glücksgriff

Das Tal zieht mich schnell in seinen Bann. Als in einem kleinen Dorf ein Hinweis auf einen Campingplatz erscheint, beschließe ich spontan, dort abzubiegen.

Um diese Uhrzeit ist die Rezeption nicht besetzt. Doch wie in Norwegen üblich hängt ein Schild im Fenster:
„Such dir einen Platz und komm heute Abend zur Anmeldung.“

Der Campingplatz entpuppt sich als wahrer Glücksgriff. Gepflegt, vieles neu und mit sehr guten Sanitäranlagen. Man spürt sofort, dass hier jemand mit Leidenschaft arbeitet – was sich bei der Anmeldung am Abend bestätigt.

Die freundliche Dame an der Rezeption nimmt sich Zeit, gibt mir zahlreiche Tipps für die Umgebung und sorgt dafür, dass ich plötzlich einen Plan für den nächsten Tag habe.

Mehr dazu im nächsten Artikel.
Veröffentlicht: 05.03.2026
63 Aufrufe