Roadtrip an Spaniens Atlantikküste – Klippen, Stellplätze und das „Nordkap“ Spaniens

Nach dem Besuch der Gardena Reales stellt sich die große Frage: Wohin als nächstes? Atlantik oder Mittelmeer? Die Entscheidung fällt schließlich für die wilde Nordküste Spaniens. Es folgt eine Reise entlang spektakulärer Klippen, ruhiger Stellplätze und überraschender Begegnungen – bis hin zum nördlichsten Punkt der Iberischen Halbinsel.

Aufbruch Richtung Atlantikküste

Nach dem Besuch der Gardena Reales stellt sich für mich die Frage: Wie geht es weiter? Konkrete Ziele in Spanien habe ich nicht. Ich möchte ans Meer – aber an welches? An den Atlantik im Norden Spaniens oder doch lieber ans Mittelmeer?

Allzu viel weiß ich über beide Küsten nicht, aber aus irgendeinem Grund zieht es mich dann doch eher Richtung Nordküste. Nachdem ich noch eine Nacht darüber geschlafen habe, mache ich mich schließlich auf den Weg.

Die Fahrt ist entspannt und führt größtenteils über Landstraßen. Immer wieder geht es dabei ordentlich in die Höhe, und der ein oder andere Streckenabschnitt erinnert durchaus an einen kleinen Bergpass.
Schöner Stellplatz, aber seltsame Preisgestaltung

Ein Stellplatz, eine App – und eine überraschende Preissteigerung

Bevor ich die Küste erreiche, lege ich noch eine Nacht Pause auf einem Stellplatz ein. Diesmal ist er nicht kostenlos, aber mit 8,50 € halten sich die Kosten in Grenzen.

Das Wetter hat sich im Vergleich zu den letzten beiden Tagen allerdings deutlich verschlechtert. Immer wieder gibt es Nieselregen und die Temperaturen sind spürbar gesunken. Eigentlich wollte ich meinen Aufenthalt daher verlängern und hier einen Arbeitstag einlegen.

Doch die App, über die der Stellplatz gebucht wird, verlangt für eine weitere Buchung plötzlich den Abschluss einer Versicherung – 14,50 € zusätzlich und das dann für beide Tage. Für die zweite Nacht hätte ich also statt 8,50 € plötzlich 37,50 € bezahlen müssen. Diese Preisgestaltung und die Art der Buchung bewegen mich schließlich dazu, den eigentlich schönen Platz zu verlassen.

Dann geht es eben erst einkaufen und tanken – und danach endlich an die Küste.
Fazination Meer

Erste Begegnung mit der wilden Nordküste Spaniens

Und die hat es direkt in sich: Steile Klippen, gegen die recht hohe Wellen schlagen – wow. Das hat sich wirklich gelohnt. Ein beeindruckender erster Eindruck der spanischen Atlantikküste.

In der Nähe befindet sich einer der wenigen Campingplätze, die im März bereits geöffnet haben. Kurzentschlossen steuere ich ihn an und checke gleich für zwei Nächte ein. Das Wetter soll weiterhin eher durchwachsen bleiben, und den Aufenthalt möchte ich auch nutzen, um endlich meine schmutzige Wäsche zu waschen.

In den Regenpausen mache ich mich immer wieder auf den Weg, um die nur wenige Minuten entfernte Küste zu erkunden.
Während einer Küstenwanderung

Die Faszination Meer

Das Meer hat mich schon immer fasziniert – die Kraft des Wassers, Ebbe und Flut. Einfach schön. Besonders an einer felsigen Küste wie hier.

Eine kleine Insel, die über eine Fußgängerbrücke erreichbar ist, beherbergt eine Kapelle und bietet einen großartigen Blick entlang der Küste. Die Landschaft wirkt rau und gleichzeitig unglaublich ruhig.

So vergeht der Tag auf dem Campingplatz schneller als gedacht.
Unterwegs an der Küste

Neue Ziele: Picos de Europa oder Eisenbahnmuseum?

Und jetzt? Wie geht es weiter?

Ein mögliches Ziel wären die Picos de Europa, ein bis zu 2648 Meter hohes Gebirge, nur rund 20 Kilometer vom Meer entfernt. Alternativ reizt mich das Museo del Ferrocarril, ein Eisenbahnmuseum in Gijón.

Aufgrund des weiterhin wechselhaften Wetters entscheide ich mich für das Museum. Was ich allerdings nicht bedacht hatte: Gijón ist eine große Stadt – und Parkplätze für einen 2,55 Meter hohen Camper sind Mangelware.

Alle Parkmöglichkeiten in der Umgebung des Museums, die für mein Fahrzeug infrage kämen, sind belegt. Also breche ich den Plan kurzerhand ab und verlasse die Stadt wieder.
Ausblick vom Campinplatz

Zurück an die Küste

Allzu große Lust, noch weit zu fahren, habe ich nicht. Also folge ich der Küste noch ein Stück nach Westen und lande schließlich auf einem Campingplatz einige Kilometer entfernt – wiederum direkt am Meer.

Das Wetter hat sich inzwischen deutlich verbessert. Die Sonne scheint, und ich beschließe, die Gegend noch etwas zu erkunden, bevor ich später im Van lande und ein wenig an meinem Laptop arbeite.
„Nordkap“ Spaniens

Auf der Suche nach dem „Nordkap“ Spaniens

Am nächsten Tag stellt sich erneut die Frage: Wohin jetzt?

Ich bin inzwischen schon einen großen Teil der spanischen Nordküste entlanggefahren. Da stellt sich natürlich die Frage: Wo ist eigentlich der nördlichste Punkt Spaniens – sozusagen das Nordkap Spaniens?

Eine kurze Recherche liefert schnell die Antwort:
Der nördlichste Punkt der Iberischen Halbinsel (Punto más septentrional de España) wird mein nächstes Ziel.
Kostenloser Stellplatz für max 24h

Stellplätze in Spanien – ein echtes Camper-Paradies

Bevor ich den nördlichsten Punkt erreiche, lege ich noch zwei Übernachtungen auf offiziellen, aber kostenlosen Stellplätzen ein.

Beide liegen direkt am Meer:
Der eine ist nur durch ein paar Dünen vom Strand getrennt, der andere bietet einen direkten Blick auf den Atlantik.

Was die Versorgung mit Stellplätzen für Camper inklusive Ver- und Entsorgung angeht, ist Spanien bisher wohl das am besten ausgebaute Land, das ich bereist habe. Wie es allerdings in der Hauptsaison aussieht, kann ich nicht sagen. Jetzt im März finde ich auf jedem angesteuerten Platz problemlos einen Stellplatz.
geöffneter Campingplatz

Campingplätze im März – überraschend selten

Etwas schwieriger ist hingegen die Suche nach geöffneten Campingplätzen.

Alle paar Tage hätte ich gerne etwas mehr Komfort – etwa eine richtige Dusche oder andere Annehmlichkeiten. Doch in den Wintermonaten, und dazu zählt auch der März, sind fast alle Plätze geschlossen.

Einige öffnen zu den Osterferien, aber überwiegend ist noch alles dicht. Dabei sind durchaus Camper unterwegs, und die Campingplätze, auf denen ich bisher war, waren auch gut belegt.

Das Wetter spielt jedenfalls mit: Tagsüber liegen die Temperaturen zwischen 15 °C und 20 °C – eigentlich ideal für Wanderungen und Outdoor-Aktivitäten. Nachts wird es mit 5 °C bis 10 °C allerdings noch recht kühl.
Leben im Chaos-Camper

Leben im Camper ohne Campingplatz

Inzwischen komme ich auch gut ohne Campingplätze zurecht.

Übernachtet wird auf Stellplätzen, die bisher fast alle eine kostenlose Wasser- und Abwasserversorgung anbieten. Teilweise gibt es auch Strom – manchmal gegen eine kleine Gebühr, manchmal sogar kostenlos.

Allerdings ist das Wasser teilweise sehr stark gechlort. Deshalb nutze ich es nicht zum Trinken oder Kochen. Für diesen Zweck kaufe ich stilles Wasser im Supermarkt.
Leuchtturm am Nördlichsten Punkt der Iberischen Ha

Am nördlichsten Punkt der Iberischen Halbinsel

Nach zwei Nächten auf Stellplätzen geht es schließlich zum nördlichsten Punkt der Iberischen Halbinsel.

Die Umgebung ist traumhaft: steile Felsenküsten und beeindruckende Ausblicke über den Atlantik.

Vom Parkplatz aus sind es nur noch wenige Meter. Vorbei an einem Leuchtturm und begleitet von einer kleinen Ziegenherde führt der Weg etwa 100 Meter über dem Meer entlang bis zum nördlichsten Punkt.

Leider spielt das Wetter nicht ganz mit. Die Sonne versteckt sich hinter einer dichten Wolkendecke. Trotzdem ist es ein absolut lohnenswertes Ziel – auch wenn die letzten Meter eine gewisse Trittsicherheit erfordern.

Aber selbst wer den letzten Abschnitt nicht geht, hat von der Anhöhe einen fantastischen Blick über das Meer und die umliegende Küste.
Nördlichsten Punkt der Iberischen Halbinsel

Weiter entlang der Küste

Zurück am Camper stellt sich die nächste Frage: Hier bleiben?

Ein Verbotsschild gibt es zwar nicht, aber auch keinen offiziell ausgeschilderten Stellplatz. Da hier doch recht viel los ist und bereits drei Wohnmobile stehen, entscheide ich mich schließlich, weiterzufahren.

Etwa 40 Kilometer entfernt liegt ein Stellplatz direkt auf dem Weg zu meinem nächsten Ziel – also mache ich mich wieder auf den Weg entlang der spanischen Atlantikküste.
Veröffentlicht: 31.03.2026
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