Heimreise durch die Pyrenäen

Von der spanischen Sonne direkt in die winterliche Berglandschaften: Meine Heimreise mit dem Camper führt mich über die beeindruckenden Pyrenäen nach Frankreich – mit spektakulären Ausblicken, Wetterwechseln und einem der schönsten Stellplätze der Region.
Spanische Seite des Passes

Über die Pyrenäen: Grenzüberquerung mit Kontrasten

Vom spanischen Aínsa starte ich nun endgültig meine Heimreise. Auf einer sehr schönen Strecke geht es über die Pyrenäen in Richtung der französischen Grenze. Dabei führt die Route auf spanischer Seite stetig bergauf.

Die Grenze selbst passiere ich durch den „Túnel de Bielsa-Aragnouet“, und kurz danach erreiche ich mit 1.825 Metern den höchsten Punkt der Strecke. Zwei Tage zuvor stand ich bei 30 °C noch an der Küste – hier oben liegt hingegen noch einiges an Schnee.

Während auf der spanischen Seite bereits der Frühling Einzug gehalten hat und die Wälder in frischem Grün leuchten, zeigt sich die Natur auf der französischen Seite noch deutlich winterlicher. Bis hinunter ins Tal sind die Bäume kahl und die Wiesen eher grau als grün. Trotzdem herrscht auch hier traumhaftes Wetter – wenn auch deutlich kühler als in den Tagen zuvor, was ich durchaus als angenehm empfinde.
Französische Seite des Passes

Stellplatzsuche in den Pyrenäen: Zwischen Hindernissen und Glücksfund

Ich beschließe, mich heute mit einer kurzen Etappe zufrieden zu geben und noch einmal den Blick auf die Pyrenäen zu genießen. Also steuere ich mehrere Stellplätze an.

Doch gleich der erste sorgt für eine kuriose Szene: Ein LKW mit Tieflader und Bagger hat sich an der Zufahrtsschranke festgefahren und kommt weder vor noch zurück. Die nächsten beiden Alternativen liegen mitten in der Stadt – nicht das, was ich suche.

Kurz bevor ich aufgebe, entdecke ich in einer App einen letzten Stellplatz, der laut Beschreibung zu den besten Stellplätzen Frankreichs zählen soll. Warum also nicht?
Blick auf die Pyrenäen vom Col d’Aspin

Col d’Aspin: Spektakuläre Passstraße und Winterpanorama

Der Platz liegt etwas abgelegen, und ich muss dafür noch einmal einen Pass überqueren – den Col d’Aspin. Er ist zwar nicht ganz so hoch wie der vorherige, doch die Straße ist stellenweise sehr schmal und unübersichtlich und erfordert erhöhte Aufmerksamkeit.

Von der Passhöhe aus eröffnet sich ein fantastischer Blick auf die umliegenden, noch tief winterlichen Gipfel der Pyrenäen. Auch hier liegen noch einige tiefe Schneefelder, sodass meine Erkundungstour zu Fuß eher kurz ausfällt.
Stellplatz

Ein besonderer Stellplatz in Frankreich

Anschließend geht es weiter zu dem Stellplatz, der direkt unterhalb des Passes auf der anderen Seite liegt. Hier fühle ich mich auf Anhieb wohl: Die Umgebung ist wunderschön, die Parzellen sind großzügig angelegt, und es gibt sogar ein Sanitärgebäude mit Duschen und WCs.

Außer mir sind nur eine Handvoll Camper vor Ort – eine angenehme, entspannte Ruhe liegt in der Luft.

Spontan verlängere ich meinen Aufenthalt um eine weitere Nacht und nutze den Stellplatz als Ausgangspunkt für kleinere Wanderungen. Auch für Fahrradtouren wäre er ideal geeignet.
Kleiner Stausee unweit des Stellplatzes

Rückreise mit dem Camper: Durch Frankreich Richtung Heimat

Wäre der Wetterbericht nicht so eindeutig gewesen – Regen und Schnee sind angekündigt – hätte ich vermutlich noch länger geblieben. So fällt die Entscheidung zur Weiterreise.

Ich stelle mein Navi so ein, dass Autobahnen und Mautstraßen vermieden werden. Die Route führt mich langsam, aber stetig durch Frankreich Richtung Heimat.

Auch wenn sich der blaue Himmel zunehmend verabschiedet, kann ich dem Regen zunächst noch entkommen. Erst in der Nacht holt er mich schließlich ein. In den folgenden Tagen verschlechtert sich das Wetter zunehmend: Regen, Schnee und Nebel begleiten mich auf meiner Fahrt.
Zwischenstopp an historischer Kirche

Ankunft nach 5 Wochen Camperreise

Mit Tagesetappen von 300 bis 400 Kilometern komme ich gut voran. Das Wetter lädt kaum dazu ein, den Camper zu verlassen, sodass ich auf weitere größere Erkundungstouren verzichte.

Drei Tage später erreiche ich schließlich nach knapp fünf Wochen unterwegs wieder meinen Heimathafen – mit vielen Eindrücken im Gepäck und einer letzten, eindrucksvollen Etappe durch die Pyrenäen im Rückspiegel.
Veröffentlicht: 15.04.2026
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