Drei Monate Auszeit – Zeit für ein erstes Zwischenfazit

Drei Monate sind seit meinem letzten Arbeitstag vergangen. Eine Zeit voller Reisen, spontaner Entscheidungen und neuer Erfahrungen. Höchste Zeit für ein erstes Zwischenfazit: Was hat sich verändert? Funktioniert mein Plan? Und war die Auszeit bisher die richtige Entscheidung?
Unterwegs in der Auszeit

Drei Monate Auszeit – wie schnell die Zeit vergeht

Drei Monate sind nun schon vergangen – unglaublich, wie schnell die Zeit vergeht. Vor drei Monaten hatte ich meinen letzten Arbeitstag. Seitdem habe ich viel erlebt, war auf Reisen, habe aber auch bewusst viel Zeit zu Hause verbracht. Nun ist es für mich an der Zeit, ein erstes Zwischenfazit zu ziehen.

Meine Auszeit habe ich für mich selbst in drei Phasen eingeteilt. Für jede Phase habe ich ein Drittel des Gesamtbudgets eingeplant. Anhand meiner vorab geschätzten Ausgaben habe ich grob vier Monate pro Phase kalkuliert. Bisher konnte ich dieses Budget einhalten und werde somit wie geplant auch den vierten Monat in Phase 1 verbringen können.
Die drei Phasen meiner Auszeit

Die drei Phasen meiner Auszeit

Phase 1: Abschalten und treiben lassen
Kopf frei bekommen, abschalten und einfach mal schauen, wohin mich die Reise führt.

Phase 2: Experimentieren
Die Frage: Womit könnte ich in Zukunft mein Geld verdienen? Zeit, neue Ideen auszuprobieren und verschiedene Möglichkeiten zu testen.

Phase 3: Fokus finden
Die Erkenntnisse aus Phase 2 vertiefen und auf ein konkretes Ziel ausrichten.
Bardenas Reales

Was bisher geschah

Nach etwa zwei Wochen zu Hause zog es mich auf meine erste längere Reise dieser Auszeit. Weder Reisedauer noch Ziel waren wirklich festgelegt. Spanien war ein Land, das ich bislang noch nie besucht hatte und über das ich erstaunlich wenig wusste.
Mein einziges konkretes Ziel war die Halbwüste Bardenas Reales. Von ihr hatte ich immer wieder Videos auf YouTube gesehen, die mein Interesse geweckt hatten. Alles andere war offen. Es gab keinen Plan für danach. Fahre ich weiter ans Mittelmeer? Vielleicht sogar mit der Fähre nach Mallorca? Quer durch Spanien? Oder doch weiter nach Portugal?

Es gab viele Ideen, aber keinen festen Plan. Genau so reise ich eigentlich am liebsten.
Die Bardenas Reales war wirklich beeindruckend, auch wenn sie Mitte März für eine Wüste erstaunlich grün war. Nach dem Besuch folgte ich meinem Bauchgefühl in Richtung spanische Nordküste. Dem Navi verbot ich Autobahnen und wählte einfach irgendeinen Punkt an der Küste als Ziel.

So ergab es sich, dass ich die nächsten Wochen damit verbrachte, die Küste auf genau diese Art zu erkunden. Dank der vielen – meist kostenlosen – Stellplätze entlang der Strecke war das Reisen angenehm entspannt.
Mitte März bis Mitte April scheint allerdings nicht unbedingt die klassische Reisezeit für die spanische Nordküste zu sein. Eine kleine Herausforderung bestand deshalb darin, alle paar Tage einen geöffneten Campingplatz zu finden, um mal wieder eine Dusche und die anderen Annehmlichkeiten eines Campingplatzes nutzen zu können.

Als ich die Westküste erreichte, war meine Abenteuerlust fürs Erste gestillt. Es war Zeit, nach Hause zu fahren. Eilig hatte ich es dabei nicht. So blieb auch noch Zeit für einige Abstecher in die spanischen Berge, unter anderem in die Picos de Europa.
Oft führte mich die Route durch Gegenden, die wie ausgestorben wirkten, über teils abenteuerliche Straßen. In Frankreich empfing mich dann das klassische Aprilwetter mit Nebel, Regen und sogar einigen Schneeflocken. Diesen Abschnitt der Reise brachte ich deshalb recht zügig hinter mich.

Knapp fünf Wochen nach meinem Aufbruch war ich zurück in meinem Basislager.
Die Überlegung, nach wenigen Tagen direkt weiter Richtung Schweden zu fahren, verwarf ich allerdings schnell wieder. Mir war schlicht nicht danach, sofort zur nächsten großen Tour aufzubrechen. Stattdessen unternehme ich seitdem viele kleinere Ausflüge – manchmal nur für einen Tag, manchmal für mehrere. Ganz so, wie ich Lust und Laune habe.
Abschalten im Wurzacher Ried

Abschalten funktioniert – meistens

Mit dem Abschalten und Treiben lassen funktioniert es manchmal besser, manchmal schlechter.
Ich arbeite nach wie vor jeden Tag einige Stunden am Rechner – allerdings mit einem entscheidenden Unterschied: Ich mache nur das, worauf ich gerade Lust habe.

Ich schneide Videos, schreibe Artikel, optimiere meinen Blog oder experimentiere mit Lasercutter und 3D-Drucker. Zur Abwechslung gibt es keinen Vorgesetzten und keinen Kunden, der Änderungswünsche hat.
Es gibt nur mich. Ich arbeite woran, wann, wo und so lange ich möchte.
Einen kleinen Haken hat die Sache allerdings: Bezahlt wird das Ganze auch nicht.
Geld verdienen mit dem Blog

Geld verdienen mit dem Blog? Ein interessantes Experiment

Auf meinem Blog experimentiere ich derzeit etwas mit Werbung – allerdings mit überschaubarem Erfolg.
Bei durchschnittlich rund 1.200 Besuchern pro Tag hatte ich zumindest gehofft, die Kosten für das Webhosting decken zu können. Vielleicht irgendwann sogar eine neue Kamera oder anderes Equipment finanzieren zu können.
Allerdings steht für mich der Content im Vordergrund. Außerdem sind die meisten Menschen inzwischen weitgehend immun gegen klassische Werbebanner geworden.

Mit aggressiveren Werbestrategien ließe sich das vermutlich verbessern. Das entspricht allerdings nicht meinem Naturell. Ich möchte niemandem etwas aufdrängen oder ihn manipulieren.
Da ich aktuell nicht auf diese Einnahmen angewiesen bin, freue ich mich auch über eine Auszahlung von 30 Euro nach anderthalb Jahren Werbeschaltung.

Immerhin weiß ich jetzt deutlich besser, wie Online-Werbung funktioniert – und vor allem, wie sie nicht funktioniert.

Fotos verkaufen? Auch das habe ich ausprobiert

Ich bin kein Fotograf. Trotzdem habe ich auf meinen Reisen inzwischen Tausende Fotos gemacht.

Der ein oder andere Zufallstreffer war durchaus dabei. Daher lag die Idee nahe, einige Bilder über Fotoplattformen zu verkaufen.
Doch auch hier zeigte sich recht schnell: In Zeiten, in denen sich jeder per KI sein Wunschbild generieren kann und gleichzeitig Millionen professioneller Fotografen ihre Bilder anbieten, ist es äußerst schwierig geworden, damit noch Geld zu verdienen.
Trotzdem war der Versuch wertvoll. Auch hier konnte ich viel darüber lernen, wie solche Plattformen funktionieren und welche Mechanismen dahinterstecken.

Soviel zu meinem aktuellen Ausflug in die Welt der Selbstständigkeit und Experimente.
Gotland

Wie geht es weiter?

Im Moment bin ich etwas im Zwiespalt.

Sobald die Pfingstferien vorbei sind und die Sommerferien noch nicht begonnen haben, würde sich vielleicht noch einmal ein größerer Trip anbieten. Die Frage ist nur: Wohin?

Vielleicht doch die erste Skandinavien-Tour des Jahres? Dänemark und Schweden?
Da wäre schließlich noch Gotland. Die Insel habe ich im vergangenen Jahr erstmals besucht, hatte damals aber längst nicht genug Zeit, um alles zu sehen.

Die Alternative wäre eine Deutschlandtour. Es gibt unzählige Orte und Ziele – selbst hier in Baden-Württemberg –, die einen Besuch wert wären.

Danach wird es vermutlich eine Reisepause im Sommer geben. Abgesehen vielleicht von der einen oder anderen Hitzeflucht in die Schweizer Bergwelt.

Im Herbst soll dann die große XXL-Tour über den Polarkreis in den hohen Norden folgen.
Mehr Zeit draußen

War die Auszeit die richtige Entscheidung?

Nach aktuellem Stand: eindeutig ja.

In den letzten Jahren fühlte ich mich immer stärker im Hamsterrad gefangen. Mein Job machte mir schon lange keinen wirklichen Spaß mehr. Wenn das Einzige, was einen noch im Job hält, der regelmäßige Gehaltseingang ist, dann ist es vermutlich Zeit für Veränderungen.
Ich schlief immer schlechter, ging immer später ins Bett, nur um nicht stundenlang wach zu liegen.

Hinzu kamen körperliche Beschwerden. Seit meiner Kindheit habe ich Probleme mit trockenen Nasenschleimhäuten. Früher war das vor allem in den Wintermonaten durch die trockene Heizungsluft ein Thema. In den letzten zwei bis drei Jahren trat das Problem jedoch ganzjährig auf und machte sich teilweise sogar im Gehör bemerkbar.

Selbst ein Besuch beim HNO-Arzt brachte keine Lösung. Irgendwann dachte ich einfach: „Das ist wohl jetzt so. Du wirst nicht jünger.“

Doch in den letzten Wochen fiel mir auf, dass die Symptome weitgehend verschwunden sind.

Ob das daran liegt, dass ich deutlich mehr Zeit draußen verbringe oder ob der fehlende Stress eine Rolle spielt, kann ich nicht sagen.
Auch mein Schlaf hat sich deutlich verbessert. Zwar schlafe ich noch immer selten acht Stunden am Stück, aber ich fühle mich morgens wesentlich fitter. Und wenn ich tagsüber einmal ein bis zwei Stunden schlafe, dann oft erstaunlich tief und erholsam.

Rückblickend hätte ich diesen Schritt wahrscheinlich schon früher gehen sollen. Andererseits habe ich mir in den vergangenen Jahren einen finanziellen Spielraum aufgebaut, der es mir ermöglicht, diese Auszeit heute vergleichsweise entspannt anzugehen.

Und genau das macht die aktuelle Situation so wertvoll.
Veröffentlicht: 03.06.2026
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