Was bisher geschah
Nach etwa zwei Wochen zu Hause zog es mich auf meine erste längere Reise dieser Auszeit. Weder Reisedauer noch Ziel waren wirklich festgelegt. Spanien war ein Land, das ich bislang noch nie besucht hatte und über das ich erstaunlich wenig wusste.
Mein einziges konkretes Ziel war die Halbwüste Bardenas Reales. Von ihr hatte ich immer wieder Videos auf YouTube gesehen, die mein Interesse geweckt hatten. Alles andere war offen. Es gab keinen Plan für danach. Fahre ich weiter ans Mittelmeer? Vielleicht sogar mit der Fähre nach Mallorca? Quer durch Spanien? Oder doch weiter nach Portugal?
Es gab viele Ideen, aber keinen festen Plan. Genau so reise ich eigentlich am liebsten.
Die Bardenas Reales war wirklich beeindruckend, auch wenn sie Mitte März für eine Wüste erstaunlich grün war. Nach dem Besuch folgte ich meinem Bauchgefühl in Richtung spanische Nordküste. Dem Navi verbot ich Autobahnen und wählte einfach irgendeinen Punkt an der Küste als Ziel.
So ergab es sich, dass ich die nächsten Wochen damit verbrachte, die Küste auf genau diese Art zu erkunden. Dank der vielen – meist kostenlosen – Stellplätze entlang der Strecke war das Reisen angenehm entspannt.
Mitte März bis Mitte April scheint allerdings nicht unbedingt die klassische Reisezeit für die spanische Nordküste zu sein. Eine kleine Herausforderung bestand deshalb darin, alle paar Tage einen geöffneten Campingplatz zu finden, um mal wieder eine Dusche und die anderen Annehmlichkeiten eines Campingplatzes nutzen zu können.
Als ich die Westküste erreichte, war meine Abenteuerlust fürs Erste gestillt. Es war Zeit, nach Hause zu fahren. Eilig hatte ich es dabei nicht. So blieb auch noch Zeit für einige Abstecher in die spanischen Berge, unter anderem in die Picos de Europa.
Oft führte mich die Route durch Gegenden, die wie ausgestorben wirkten, über teils abenteuerliche Straßen. In Frankreich empfing mich dann das klassische Aprilwetter mit Nebel, Regen und sogar einigen Schneeflocken. Diesen Abschnitt der Reise brachte ich deshalb recht zügig hinter mich.
Knapp fünf Wochen nach meinem Aufbruch war ich zurück in meinem Basislager.
Die Überlegung, nach wenigen Tagen direkt weiter Richtung Schweden zu fahren, verwarf ich allerdings schnell wieder. Mir war schlicht nicht danach, sofort zur nächsten großen Tour aufzubrechen. Stattdessen unternehme ich seitdem viele kleinere Ausflüge – manchmal nur für einen Tag, manchmal für mehrere. Ganz so, wie ich Lust und Laune habe.