Nördlingen und das Bayerische Eisenbahnmuseum

Schon oft bin ich am Nördlinger Ries vorbeigefahren und habe mir vorgenommen, die Region einmal genauer zu erkunden. Während meiner Auszeit ist endlich die Zeit dafür da. Neben einer spontanen Wanderung stehen ein Besuch im Bayerischen Eisenbahnmuseum und ein Spaziergang über die historische Stadtmauer von Nördlingen auf dem Programm.
Stadtmauer Nördlingen

Nördlingen und das Bayerische Eisenbahnmuseum

In den vergangenen Jahren bin ich immer mal wieder durchs Nördlinger Ries oder daran vorbeigefahren. Jedes Mal dachte ich mir, was für eine schöne Gegend. Sie liegt gerade einmal rund 100 Kilometer von meinem Basislager entfernt und ich hatte mir schon öfter vorgenommen, hier ein paar Tage mit dem Camper zu verbringen. Doch wie das so ist: Während des dreiwöchigen Jahresurlaubs zog es mich meist nach Skandinavien, auf Kurztrips dagegen häufig in die Alpen.

Während meiner Auszeit habe ich nun etwas, das bisher immer knapp war – Zeit. Warum also nicht auch einmal Ziele in der näheren Umgebung ansteuern? Es muss schließlich nicht immer die große weite Welt sein.
Naturschutzgebiet Dellenhäule

Spontan unterwegs ins Nördlinger Ries

Also starte ich Mitte Juli 2026 meinen Camper mit dem Ziel Nördlingen. Auf dem Weg dorthin soll es noch einen Zwischenstopp mit einer kleinen Wanderung geben. Wo genau, weiß ich allerdings noch nicht. Das soll wie so oft spontan entschieden werden.

Mein Navi scheint heute einen besonders kreativen Tag zu haben. Anstatt mich direkt auf die Autobahn zu schicken, führt es mich zunächst kreuz und quer durch Oberschwaben. Ich wundere mich zwar etwas, habe aber im Grunde nichts dagegen und genieße die abwechslungsreiche Fahrt. Erst bei Ulm lande ich auf der mir bestens bekannten Autobahn, die ich schon wenig später wieder in Richtung Nördlingen verlasse.

Während ich mich meinem Ziel nähere, entdecke ich schließlich ein Hinweisschild zu einem Wanderparkplatz.
Naturschutzgebiet Dellenhäule

Ein kurzer Abstecher ins Dellenhäule

Der Wanderparkplatz entpuppt sich als Ausgangspunkt zum Naturschutzgebiet Dellenhäule. Auf einer Informationstafel erfahre ich, dass sich hier mit mehr als 10.000 Ameisenhügeln die größte Ameisenansammlung Mitteleuropas befindet.

Leider ist der Hochsommer nicht unbedingt die beste Jahreszeit für einen Besuch. Das Gras steht so hoch, dass von den Ameisenhügeln kaum etwas zu erkennen ist. Außerdem ist es entgegen der Wettervorhersage wieder ausgesprochen heiß, sodass meine kleine Erkundungstour eher kurz ausfällt.
Stellplatz auf Streuobstwiese

Abkühlung im Freibad und eine ruhige Nacht

Für die Nacht habe ich über VanSite bereits einen Stellplatz auf einer Streuobstwiese bei Nördlingen gebucht. Den möchte ich aber jetzt noch nicht ansteuern. Es ist einfach noch zu früh und vor allem viel zu warm.

Kurzerhand steuere ich stattdessen das Freibad an. Die Abkühlung kommt genau zur richtigen Zeit. Erst danach fahre ich zu meinem Nachtlager. Umgeben von Wiesen und Feldern verbringe ich hier eine angenehm ruhige Nacht.
Wohnmobilstellplatz Nördlingen

Über die historische Stadtmauer zum Eisenbahnmuseum

Am nächsten Morgen starte ich deutlich später als geplant in den Tag. Dass die Camper auf der anderen Seite der Wiese bereits abgefahren sind, habe ich noch nicht einmal bemerkt.

Eigentlich hätte ich den Stellplatz gerne um eine weitere Nacht verlängert. Leider habe ich vergessen, meine Powerstations aufzuladen, und bei den hohen Temperaturen benötigt die Kühlbox deutlich mehr Strom als sonst. Also ziehe ich auf den offiziellen Wohnmobilstellplatz in Nördlingen um. Das Ticket gilt praktischerweise für 24 Stunden. Auch wenn dort eher Parkplatzatmosphäre herrscht, ist die Lage ideal für mein heutiges Vorhaben.
Stadtmauer Nördlingen
Mein Ziel ist das Bayerische Eisenbahnmuseum, das zu Fuß etwa eine halbe Stunde entfernt liegt. Google möchte mich entlang des viel befahrenen Stadtrings führen. Ich entscheide mich jedoch für eine deutlich schönere Alternative.

Nördlingen besitzt eine vollständig erhaltene und begehbare historische Stadtmauer. Der Wehrgang bringt mich fast bis zum Bahnhof. Dabei bin ich nicht nur abseits des Straßenverkehrs unterwegs, sondern laufe größtenteils im Schatten. Bei den sommerlichen Temperaturen ein nicht zu unterschätzender Vorteil.

In der Nähe des Bahnhofs verlasse ich die Stadtmauer. Von dort sind es nur noch wenige Minuten bis zum Museum.
Bayerisches Eisenbahnmuseum

Im Bayerischen Eisenbahnmuseum

Direkt hinter dem Bahnhof befindet sich das Museum auf dem Gelände eines ehemaligen Bahnbetriebswerks. Bereits von Weitem sind zahlreiche historische Lokomotiven und Waggons zu erkennen. Nicht alle befinden sich in perfektem Zustand, dennoch ist die Anzahl beeindruckend. Einen ersten Überblick bietet bereits die Fußgängerbrücke über die Gleisanlagen.

Am Eingang bekomme ich eine kurze Einweisung, welche Bereiche zugänglich sind und welche nicht. Außerdem erhalte ich einen Flyer mit Geländeplan. Dazu der freundliche Hinweis: „Schauen Sie am besten gar nicht erst hinein. Erkunden Sie das Gelände einfach auf eigene Faust.“

Genau so besuche ich Museen am liebsten. Einfach treiben lassen und entdecken, was hinter der nächsten Ecke auf mich wartet.
Bayerisches Eisenbahnmuseum
Zwischen den historischen Lokomotiven und Waggons auf dem Außengelände ist es allerdings schnell sehr heiß. Deshalb zieht es mich schon bald in den alten Lokschuppen.

Hier stehen die eigentlichen Schätze des Museums: restaurierte und liebevoll gepflegte Dampflokomotiven.

Auch wenn mich Baureihen oder technische Daten nie besonders interessiert haben, besitzen Dampflokomotiven für mich seit jeher eine ganz besondere Faszination. Der massive Stahl, die Kraft und gleichzeitig die Eleganz, die diese gewaltigen Maschinen ausstrahlen, beeindrucken mich jedes Mal aufs Neue.
Bayerisches Eisenbahnmuseum
Leider ist heute kein Fahrtag. Ein moderner ICE ist ohne Frage komfortabler, doch eine Dampflok wirkt einfach lebendig. Man hört, sieht und riecht förmlich, welche Kraft nötig ist, wenn sie einen schweren Zug einen Berg hinaufschiebt. Ich freue mich jedes Mal, wenn ich eine dieser Maschinen noch unter Dampf erleben darf.

Den Lokschuppen habe ich an diesem Tag fast für mich allein. In aller Ruhe kann ich die historischen Fahrzeuge auf mich wirken lassen.

Anschließend geht es noch einmal ins Außengelände. Aufgrund der hohen Temperaturen halte ich mich dort allerdings nicht mehr allzu lange auf. Vielleicht schaffe ich es irgendwann noch einmal hierher – dann hoffentlich bei etwas angenehmerem Wetter.
Altstadt von Nördlingen, mit dem langen Daniel

Ein Spaziergang durch die Altstadt von Nördlingen

Zurück geht es durch die historische Altstadt von Nördlingen.

Auch wenn ich für Städte normalerweise nicht besonders viel übrig habe und sie eher meide, hat Nördlingen ihren ganz eigenen Charme. Die gut erhaltenen historischen Gebäude, der „Lange Daniel“, die vollständig erhaltene Stadtmauer und die besondere Lage mitten im Meteoritenkrater machen den Ort zu etwas Besonderem.

Alles in allem hat mich Nördlingen positiv überrascht.

Nach einer erstaunlich ruhigen Nacht auf dem Wohnmobilstellplatz besuche ich am nächsten Morgen noch einmal das Freibad. Nach einer Dusche und ein paar Bahnen im angenehm kühlen Wasser startet es sich gleich deutlich entspannter in den Tag.
Langer Daniel

Fazit

Nördlingen hat mich gleich mehrfach überzeugt. Die historische Altstadt, die begehbare Stadtmauer und die besondere Lage im Ries machen die Stadt zu einem lohnenden Ziel für einen Tagesausflug oder einen kurzen Aufenthalt mit dem Camper.

Das Bayerische Eisenbahnmuseum ist dabei nicht nur für Eisenbahnfans interessant. Vor allem die historischen Dampflokomotiven im Lokschuppen haben mich beeindruckt. Vielleicht klappt es beim nächsten Besuch sogar mit einem Fahrtag – das wäre sicherlich noch einmal ein ganz besonderes Erlebnis.
Veröffentlicht: 29.07.2026
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