Halbzeit meiner Auszeit – Sechs Monate zwischen Reisen, neuen Ideen und alten Leidenschaften

Sechs Monate Auszeit liegen inzwischen hinter mir. Zeit für ein kleines Zwischenfazit: Was ist aus meinen ursprünglichen Plänen geworden? Warum verbringe ich plötzlich wieder viele Stunden mit Softwareentwicklung? Und natürlich stellt sich auch diesmal die Frage: War die Auszeit die richtige Entscheidung?
Die drei Phasen meiner Auszeit

Sechs Monate Auszeit – Zeit für eine Zwischenbilanz

Sechs Monate ist es nun schon her, seit ich meinen letzten Arbeitstag hatte. Die Zeit ist unheimlich schnell vergangen.

Inzwischen bin ich mitten in Phase 2 meiner selbst festgelegten Auszeit. Das bedeutet, dass ich etwas zielgerichteter an Ideen arbeite, mit denen ich in Zukunft vielleicht einmal mein Geld verdienen möchte.

Während ich mich in Phase 1 noch etwas treiben ließ, meine Erlebnisse aber trotzdem in Videos und Artikeln festgehalten habe, beschäftige ich mich seit etwa zwei Monaten wieder intensiver mit der Entwicklung eines Softwareprojekts. Das ist auch einer der Gründe, warum es in den vergangenen Wochen auf meinem Blog und YouTube-Kanal etwas ruhiger geworden ist.

Plötzlich wieder mitten in der Softwareentwicklung

Der Software fehlt inzwischen nur noch der letzte Feinschliff, bevor ich wirklich produktiv damit arbeiten kann. Aktuell bin ich noch viel am Testen und Verbessern.

Eigentlich hatte ich mir nach meinem Ausscheiden aus dem Job als Softwareentwickler vorgenommen, mich erst einmal nicht mehr so intensiv mit Entwicklung und Programmierung zu beschäftigen. Daraus ist offensichtlich nicht viel geworden.

In den vergangenen Wochen habe ich fast jeden Tag zwischen acht und zehn Stunden daran gearbeitet. Aufgrund der sommerlichen Hitze meistens aufgeteilt in zwei Blöcke: Der erste beginnt häufig gegen 11 Uhr und endet zwischen 16 und 17 Uhr. Ab etwa 20 Uhr folgt dann der zweite Block – mit Open End. Nicht selten wird es dabei zwei oder drei Uhr morgens.

Etwas, das in einem normalen Job wohl nur schwer möglich wäre.

Natürlich muss ich irgendwann wieder Geld verdienen. Im Moment steht das bei diesem Projekt allerdings nicht im Vordergrund. Ich arbeite daran, weil mir die Idee gefällt, weil ich meine Kenntnisse auffrischen möchte und weil ich die Gelegenheit nutzen kann, mit neuen Technologien und Arbeitsweisen zu experimentieren.

Mein Umgang mit KI bei der Softwareentwicklung

Dazu gehört natürlich auch das Thema künstliche Intelligenz. Ich versuche derzeit herauszufinden, wie ich KI sinnvoll in meinen Entwicklungsprozess integrieren kann.

KI ist für mich eine faszinierende Technologie, die ich trotzdem mit einer gesunden Portion Skepsis betrachte. Ein wenig erinnert sie mich an das Prinzip „Friss oder stirb“: Verzichtet man vollständig darauf, könnte man in Zukunft erhebliche Nachteile haben. Schließlich kann eine KI manche Aufgaben innerhalb von Sekunden erledigen, für die ein Mensch Stunden, Tage oder sogar Wochen benötigt.

Sich blind darauf zu verlassen, halte ich allerdings für genauso gefährlich.

Zum einen macht auch eine KI Fehler. Zum anderen sehe ich die Gefahr, dass wir als Menschen grundlegende Fähigkeiten verlieren, wenn wir immer mehr Aufgaben vollständig an sie abgeben. Dabei meine ich nicht nur spezielle Fähigkeiten wie Programmieren, das Erstellen von Grafiken oder die Produktion einer Videosequenz. Es geht auch um ganz grundlegende Dinge: lesen, schreiben, eigene Texte formulieren oder sich selbstständig Wissen aneignen.

Für die Softwareentwicklung hat sich für mich inzwischen ein Ansatz bewährt: Ich behandle die KI wie einen neuen Assistenten, der gerade sein Studium abgeschlossen hat.

Er verfügt über ein enormes theoretisches Wissen – was ihm fehlt, ist Erfahrung.

Deshalb lasse ich mir beispielsweise einzelne Funktionen generieren und nicht gleich komplette Programme. Gleichzeitig habe ich meinen KI-Assistenten inzwischen so weit an meine Arbeitsweise angepasst, dass sich der erzeugte Code weitgehend an meinem Programmierstil orientiert. Dadurch bleibt er für mich verständlich und ich kann nachvollziehen, was genau passiert.

Manchmal lerne ich dabei sogar noch etwas dazu.

Wichtig ist mir aber, dass ich Fehler oder notwendige Anpassungen weiterhin selbst und ohne KI beheben könnte. Vollständig abhängig möchte ich mich davon nicht machen.

Damit soll es mit diesem kleinen Ausflug in die Welt der Softwareentwicklung und KI aber auch schon wieder gut sein.
Selbstgebaute Couch

Basteln, Bauen und andere Pläne

Durch das Softwareprojekt sind leider einige andere Dinge liegen geblieben, die ich mir eigentlich für diese Phase meiner Auszeit vorgenommen hatte. Dazu gehört auch mein Projekt martin-bastelt.de.

Denn neben dem Reisen habe ich noch eine weitere Leidenschaft: das Basteln und Bauen.

Eigentlich wollte ich mir während meiner Auszeit mehr Zeit fürs Heimwerken und für meine Modellbahn nehmen und die Projekte gleichzeitig auf meiner neuen Homepage dokumentieren. So richtig in die Umsetzung gekommen ist dieser Plan bisher allerdings noch nicht. Aufgegeben ist das Projekt deshalb keineswegs – es muss sich momentan nur noch etwas gedulden.

Untätig war ich trotzdem nicht. Unter anderem habe ich ein neues Bett und eine neue Couch gebaut. Nur auf die Homepage haben es diese Projekte bisher ebenso wenig geschafft wie in ein Video.

Aber die Auszeit ist schließlich noch nicht vorbei.
Geplante Herbsttour

Wie geht es weiter?

Nach meinem Frankreich-Spanien-Trip im Frühjahr steht schon bald die nächste längere Reise an.

Meine Herbsttour wird mich voraussichtlich einmal quer durch Deutschland und anschließend weiter nach Dänemark, Norwegen, Finnland und Schweden führen.

Damit möchte ich mir auch einen großen Traum erfüllen: einige Wochen oberhalb des Polarkreises zu verbringen.

Eine reine Urlaubsreise wird es allerdings nicht. Auch unterwegs möchte ich an meinem Softwareprojekt weiterarbeiten, wenn auch in deutlich reduziertem Umfang. Natürlich werden auf der Reise außerdem wieder neue Inhalte für meinen Blog und YouTube entstehen.

Ob ich die Videos bereits unterwegs schneiden werde oder das erst nach meiner Rückkehr erledige, lasse ich bewusst offen.

Schließlich möchte ich nicht schon wieder alles bis ins letzte Detail planen.

War die Auszeit die richtige Entscheidung?

Wie schon in meinem letzten Zwischenbericht stelle ich mir auch diesmal wieder die Frage:

War die Auszeit die richtige Entscheidung?

Die vergangenen sechs Monate haben sich anders entwickelt, als ich es mir vor etwa einem Jahr vorgestellt hatte, als die Idee einer längeren Auszeit langsam konkreter wurde.

Damals dachte ich, dass ich meine Reisen nur gelegentlich für einen kurzen Zwischenstopp zu Hause unterbrechen würde und ansonsten mehr oder weniger dauerhaft unterwegs wäre.

So ist es nicht gekommen.

Inzwischen habe ich allerdings festgestellt, dass es durchaus seinen Reiz hat, einfach einmal Zeit zu Hause zu verbringen. Ohne ständig daran denken zu müssen, dass am Montagmorgen wieder der normale Arbeitsalltag beginnt. Zeit für eigene Projekte zu haben, Dinge auszuprobieren oder auch einmal einen Plan wieder über den Haufen zu werfen, ist ebenfalls viel wert.

Deshalb kann ich die Frage nach wie vor mit einem klaren Ja beantworten.

Und inzwischen hat mich auch das Reisefieber wieder gepackt.

Ich freue mich auf meine Herbsttour.
Veröffentlicht: 05.09.2026
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