Von Norwegen nach Finnland – Gold, Polarlichter und ein Besuch beim Weihnachtsmann

Das Nordkap ist erreicht. Doch wie geht es jetzt weiter? Statt auf der bekannten Strecke durch Norwegen und Schweden zurückzufahren, entscheide ich mich für einen Abstecher nach Finnland. Unterwegs erwarten mich einsame Straßen, ein Goldmuseum, eine weitere beeindruckende Polarlichtnacht und schließlich ein Besuch im Weihnachtsdorf von Rovaniemi.
Entlang des Porsangerfjords

Am Nordkap gewesen – Und jetzt?

Nach meinem Besuch am Nordkap und der Übernachtung in Honningsvåg stellt sich mal wieder die Frage: Wie geht es jetzt weiter?

Zurück nach Alta und dann entlang der finnisch-schwedischen Grenze Richtung Süden? Das wäre zumindest die Route, die mir mein Navi für die Rückfahrt vorschlägt.

Allerdings bin ich diese Strecke in den vergangenen Jahren bereits gefahren.

Während ich die Karte studiere, kommt mir eine andere Idee.

Warum nicht durch Finnland nach Süden fahren und von Helsinki oder Naantali mit der Fähre nach Schweden übersetzen?

Finnland war für mich bisher eher ein Transitland. Diesmal könnte ich mir etwas mehr Zeit nehmen, um unterwegs auch etwas vom Land zu entdecken.

Kurzentschlossen ändere ich meine Route.
Die letzten Kilometer in Norwegen

Einsame Straßen entlang des Porsangerfjords

Über Lakselv und Karasjok geht es in Richtung finnische Grenze.

Unterwegs lege ich noch zwei Übernachtungen auf ziemlich einsamen Parkplätzen ein. Ich habe es nicht besonders eilig und genieße noch einmal die Fahrt entlang eines norwegischen Fjords, des Porsangerfjords.

Dabei begleitet mich ein stürmischer und eisiger Wind. Erst als ich mich der finnischen Grenze nähere, lässt dieser allmählich nach.

Der Grenzübertritt selbst ist völlig unspektakulär.

Niemand zu sehen. Kein Verkehr. Ich bin praktisch allein auf der Straße.

Auch auf der Weiterfahrt nach Inari begegnen mir nur selten andere Fahrzeuge. Dementsprechend entspannt geht es voran.
Kirche in Inari

Inari – Ein erster Zwischenstopp in Finnland

Erst in Inari wird es wieder etwas lebendiger.

Hier lege ich einen kurzen Zwischenstopp ein und unternehme einen kleinen Spaziergang zum Inarisee.

Obwohl es noch gar nicht besonders spät ist, beginnt es bereits langsam zu dämmern.

Die Tage sind hier oben im Norden inzwischen deutlich kürzer geworden.

Also wird es Zeit, nach einer Übernachtungsmöglichkeit zu suchen. Heute soll es mal wieder ein Campingplatz sein.

Meine Wahl fällt auf das wenige Kilometer entfernte Arctic River Resort.

Wie sich herausstellt, eine gute Entscheidung.

Neben Zimmern und Hütten gibt es hier auch ein Restaurant und einen Campingplatz. Für eine Übernachtung mit Strom werden 35 Euro fällig. Zusätzlich kann man für 15 Euro ein Frühstücksbuffet buchen.

Diesen kleinen Luxus gönne ich mir heute.
Arctic River Resort

Endlich wieder richtig gutes Brot!

Das Frühstücksbuffet am nächsten Morgen ist wirklich gut.

Ein ganz besonderes Highlight ist für mich allerdings das Brot.

Seit Wochen bekomme ich hier zum ersten Mal wieder Brot mit einer richtig knackigen Kruste und einem weichen Inneren.

So, wie es sein muss!

Es gibt nicht viel, was ich auf meiner bisherigen Reise vermisst habe. Aber gutes Brot gehört definitiv dazu.

Nach diesem Frühstück kann der Tag beginnen.
Ausblick vom Kaunispää

Kaunispää – Ein Aussichtspunkt über Lappland

Mein nächstes größeres Ziel ist Rovaniemi.

Doch auf dem Weg dorthin möchte ich mir Zeit lassen und den einen oder anderen Zwischenstopp einlegen.

Der erste führt mich auf den Kaunispää, einen der markanteren Berge in der Umgebung von Saariselkä.

Von hier oben hat man einen schönen Ausblick über die weite Landschaft Lapplands.

Auf dem Berg befindet sich auch ein Skigebiet. Von Schnee ist allerdings noch keine Spur zu sehen. Entsprechend ausgestorben wirkt alles.

Trotzdem hat sich der kleine Abstecher gelohnt.
Goldvillage / Goldmuseum

Ein ungeplanter Besuch im Goldmuseum

Wenig später entdecke ich entlang der Straße einen Wegweiser zu einem Goldmuseum.

Das klingt interessant.

Allerdings gehe ich zunächst davon aus, dass das Museum um diese Jahreszeit bereits geschlossen ist.

Aber zumindest von außen könnte ich es mir ja einmal anschauen.

Das Außengelände ist tatsächlich zugänglich, allerdings bereits weitgehend winterfest gemacht. Aktivitäten finden draußen keine mehr statt.
Goldmuseum
Zu meiner Überraschung hat die Ausstellung im Hauptgebäude aber geöffnet.

Also schaue ich sie mir an.

Die Ausstellung beschäftigt sich mit der Geschichte der Goldsuche, insbesondere in Finnisch-Lappland, aber auch in anderen Teilen der Welt.

Überraschend finde ich, dass einige der Ausstellungstexte sogar auf Deutsch verfasst sind.

Es gibt außerdem einen eigenen Bereich, der sich mit der Goldsuche in Deutschland beschäftigt.

Eine interessante Erkenntnis aus dem Museumsbesuch: Gold kommt in vielen Regionen der Erde vor, allerdings in sehr unterschiedlichen Konzentrationen. Dass irgendwo Gold vorhanden ist, bedeutet noch lange nicht, dass sich der Abbau lohnt.

Wer möchte, kann sich hier auch selbst im Goldwaschen versuchen. Dafür werden 30 Euro fällig.

Mir reichen die Ausstellung und ein Rundgang über das Außengelände.

Wieder einmal ein ungeplanter Zwischenstopp, der sich gelohnt hat.
Polarlichter in Finnland

Noch einmal Polarlichter – Diesmal ohne eisigen Wind

Einige Kilometer weiter entdecke ich an einem kleinen Stausee einen schönen Platz für die Nacht.

Wie sich später herausstellt, ein echter Glücksgriff.

Denn am Abend habe ich erneut das Glück, Polarlichter beobachten zu können.

Über Stunden ziehen die grünen Lichter über den Himmel.

Und diesmal ist das Ganze sogar einigermaßen angenehm.

Anders als in Norwegen muss ich nicht gegen einen eisigen Polarwind ankämpfen. Die Temperaturen bleiben noch bis weit in den Abend hinein über dem Gefrierpunkt, und es ist nahezu windstill.

So kann ich das Schauspiel in aller Ruhe genießen.

Obwohl ich auf dieser Reise schon mehrfach Polarlichter gesehen habe, ist es auch diesmal wieder etwas Besonderes.

Ich glaube, daran könnte ich mich gewöhnen.
Weihnachtsbeleuchtung in Rovaniemi

Auf dem Weg zum Weihnachtsmann

Inzwischen bin ich nicht mehr weit von Rovaniemi entfernt.

Dort möchte ich mir das Weihnachtsdorf am Polarkreis anschauen.

Allerdings will ich erst am Abend ankommen. Schließlich stelle ich mir vor, dass die Weihnachtsbeleuchtung besonders schön wirkt, wenn es dunkel ist.

Also verlasse ich meinen Übernachtungsplatz erst gegen Mittag und lasse mir auch auf den letzten Kilometern Zeit.

Unterwegs lege ich noch einen kleinen Zwischenstopp ein und unternehme einen Spaziergang entlang einiger Stromschnellen.

Als ich schließlich den Polarkreis und damit das Weihnachtsdorf bei Rovaniemi erreiche, ist es noch nicht ganz dunkel.

Hier soll der Weihnachtsmann zu Hause sein.

Zumindest, wenn man der Geschichte glaubt.
Weihnachtsdorf Rovaniemi

Rovaniemi – Weihnachten mitten im Oktober

Es ist Samstagabend, und ich muss zugeben, dass ich mir etwas mehr erwartet hatte.

Das Weihnachtsdorf ist zwar festlich beleuchtet, und aus Lautsprechern erklingt Weihnachtsmusik.

Doch ansonsten ist nicht besonders viel los.

Bis auf einen Souvenirshop hat praktisch alles geschlossen.

Irgendwie hatte ich mir das Ganze eher wie einen kleinen Weihnachtsmarkt vorgestellt. Mit beleuchteten Ständen, vielleicht etwas zu essen und ein wenig vorweihnachtlicher Stimmung.

Aber gut, Mitte Oktober ist vielleicht auch nicht unbedingt die beste Zeit für einen Besuch.

Nach einem kurzen Rundgang kehre ich deshalb wieder zu meinem Camper zurück.

Über Nacht bleibe ich hier und setze meine Reise erst am nächsten Morgen fort.
Polarkreis in Rovaniemi

Wieder südlich des Polarkreises

Mit Rovaniemi habe ich nun auch den Polarkreis wieder erreicht.

Diesmal allerdings von Norden kommend.

Ganze 17 Tage war ich nördlich des Polarkreises unterwegs. Ich habe Fjorde, Berge, einsame Küsten und die ersten Winterlandschaften erlebt. Und natürlich immer wieder Polarlichter.

Jetzt geht es langsam zurück in Richtung Süden.

Wie schnell ich dabei vorankomme und welche Abstecher sich unterwegs noch ergeben, lasse ich bewusst offen.

Schließlich habe ich noch Zeit.

Und Finnland hat bestimmt noch einiges zu bieten.
Veröffentlicht: 23.10.2026
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