Diesmal reise ich mit Zeit – Der langsame Start meiner Herbsttour Richtung Lappland

Diesmal ist etwas anders. Für meine Herbsttour Richtung Lappland habe ich rund zwei Monate Zeit – so viel wie noch nie zuvor. Statt möglichst schnell in den Norden zu fahren, lasse ich mich treiben. Und so werden aus der eigentlich einfachen Fahrt nach Hirtshals plötzlich zwölf Tage voller ungeplanter Stopps, kleiner Entdeckungen und der Erkenntnis, wie schön es sein kann, einfach Zeit zu haben.
Herbst in Lappland

Diesmal ist etwas anders

Nach einigen Verzögerungen ist meine Herbsttour Anfang September endlich gestartet. Das grobe Ziel ist Lappland. Die Reise soll etwa zwei Monate dauern und wird damit nach jetziger Planung meine bisher längste Reise überhaupt.

In den vergangenen Jahren war ich immer wieder in Norwegen und auch schon mehrfach in Lappland. Dabei ist mir eine Jahreszeit hier oben besonders ans Herz gewachsen: der Herbst. Die orange leuchtenden Birkenwälder, der eine oder andere kurze Wintereinbruch und natürlich die Möglichkeit, Polarlichter sehen zu können.

Gerade wenn es aber in den ganz hohen Norden ging, waren drei Wochen Urlaub eigentlich immer zu kurz. Mit dem Camper brauchte ich in der Vergangenheit etwa fünf bis sieben Tage, bis ich mein Zielgebiet erreicht hatte. Das Gleiche noch einmal zurück. Zudem habe ich immer etwas Puffer eingeplant. So blieb mir im besten Fall gerade einmal eine Woche oberhalb des Polarkreises.

An so vielem bin ich einfach vorbeigefahren. Entweder fehlte die Zeit oder das Wetter passte nicht. Eigentlich gab es keine Möglichkeit, auch einmal einen oder zwei Tage schlechtes Wetter auszusitzen.

Schon damals dachte ich mir: Wenn ich irgendwann einmal die Möglichkeit haben sollte, werde ich mir richtig Zeit für diese Reise nehmen und ein paar Wochen oberhalb des Polarkreises verbringen.
Herbst in Lappland

Ein Traum wird Wirklichkeit

Woran ich damals noch nicht wirklich geglaubt habe, ist inzwischen Wirklichkeit geworden. Ich habe es geschafft, mir diesen Traum zu erfüllen – und nun hat diese Reise begonnen.

Diese Reise ist anders.

Diesmal reise ich mit Zeit.

Allein für die Fahrt ins dänische Hirtshals habe ich zwölf Tage gebraucht. Wahnsinn. Normalerweise wäre das schon mehr als mein halber Urlaub gewesen.

Was für ein Privileg, sich so viel Zeit für eine Reise nehmen zu können.
Steinerne Jungfrauen im Eselsburger Tal

Gerade unterwegs – und schon die erste Panne

Gestartet bin ich an einem Sonntagabend. Auch wenn ich an diesem Abend eigentlich keine große Lust mehr hatte loszufahren, wollte ich doch endlich unterwegs sein. Für die erste Etappe habe ich mir deshalb nur eine Strecke von rund 100 Kilometern vorgenommen.

Ich wollte erst einmal unterwegs sein.

Dass ich an meinem ersten Ziel in Herbrechtingen dann gleich zwei Tage verbringen würde, war allerdings alles andere als geplant. Die erste und hoffentlich letzte Panne dieser Reise bremste mich bereits am zweiten Tag aus.

Aber es ist, wie es ist, und ich mache das Beste daraus.

Ich erkunde Herbrechtingen und das angrenzende Eselsburger Tal und tobe mich im örtlichen Hallenbad aus. Auch wenn ich mich über die Panne etwas ärgere, ist es dennoch schön, endlich unterwegs zu sein.
Park in Herbrechtingen

Hauptsache ein Stück weiter

Nachdem ich meinen Camper repariert zurückbekommen habe, geht es weiter. Wie bereits bei meiner Abfahrt ist es wieder Abend und ich habe eigentlich keine große Lust mehr zu fahren.

Doch noch eine Nacht in Herbrechtingen will ich dann auch nicht verbringen.

Also geht es wieder auf die Autobahn. Nicht allzu weit, aber wenigstens ein Stück weiter. Bei Ellwangen biege ich von der Autobahn ab und lande schließlich auf einem kostenlosen Wohnmobilstellplatz. Hier verbringe ich die Nacht.

Am nächsten Morgen startet dann gefühlt die eigentliche Tour.
An der Edermündung

Warum nicht einfach hierbleiben?

Es geht ein größeres Stück nach Norden. Guxhagen erreiche ich gegen 14 Uhr. Der dortige Autohof ist zwar nicht unbedingt schön, aber der Besuch im KFC-Restaurant hat inzwischen irgendwie Tradition.

Einen Ort weiter, in Edermünde, gibt es einen kleinen Wohnmobilstellplatz. In der Vergangenheit hatte ich die dortige Ver- und Entsorgungsstation schon ab und an benutzt. Das habe ich diesmal eigentlich auch vor.

Aber warum nicht einfach hier stehen bleiben?

Ich habe ja Zeit.

Mit fünf Euro pro Nacht ist der Platz recht günstig. Viel zu bieten hat die Umgebung zwar nicht, immerhin ist die kleine abendliche Spazierrunde zur Edermündung aber recht entspannt.
Lüneburger Heide

Ich fahre, solange ich Lust habe

Am nächsten Tag geht es zurück auf die Autobahn. Weiter in Richtung Norden.

Wie weit genau?

Keine Ahnung.

Ich fahre so lange, wie ich Lust habe.

Wie sich herausstellt, endet meine Lust in Bispingen, kurz vor Hamburg in der Lüneburger Heide. Nur wenige Kilometer von der Autobahnausfahrt entfernt gibt es einen Stellplatz direkt in der Heide. Ich kenne ihn bereits von früheren Touren.

Diesmal habe ich jedoch das Glück, noch rechtzeitig zur Heideblüte hier zu sein. Zumindest zu ihren letzten Ausläufern.
Lüneburger Heide

Zwei Tage in der Lüneburger Heide

Wie ich in Erfahrung bringe, findet die Heideblüte ungefähr zwischen Anfang August und Anfang September statt. Ich bin also nur ein paar Tage zu spät dran. Laut aktuellem Blütenstand blühen aber noch einige Bereiche der Heide.

Auch wenn die Landschaft nicht mehr in voller Blüte steht, gefällt es mir hier. Dazu kommen angenehme Temperaturen.

Also bleibe ich statt einer Nacht gleich zwei und unternehme mehrere kleine Wanderungen durch die Heidelandschaft.

Ungeplant, aber schön und entspannend.

Und irgendwie genau das, was ich mir von dieser Reise erhofft habe.
Regenwald-Abschnitt im Bau

Ein Sonntagmorgen im Miniatur Wunderland

Inzwischen ist es Freitag. In Hamburg lockt das Miniatur Wunderland. Um Verkehr und aufwendiger Parkplatzsuche zu entgehen, beschließe ich, den Besuch auf Sonntag zu legen.

Mein Plan geht auf.

Nachdem ich den Samstag damit verbracht habe, etwas zu arbeiten und ganz gemütlich auf einen Wohnmobilstellplatz vor den Toren Hamburgs zu fahren, geht es am frühen Sonntagmorgen in die Hamburger Speicherstadt.

Ohne viel Verkehr erreiche ich mein Ziel und finde noch dazu auf Anhieb einen kostenlosen Parkplatz, nur etwa fünf Minuten zu Fuß vom Miniatur Wunderland entfernt.

Es folgen etwas mehr als vier Stunden in der Ausstellung.

Mein letzter Besuch ist gerade einmal etwa eineinhalb Jahre her und trotzdem hat sich schon wieder einiges verändert. Ein komplett neuer Abschnitt befindet sich gerade im Bau. Auch wenn der Regenwald-Abschnitt noch eine Großbaustelle ist, lässt sich bereits erahnen, was hier entsteht.

Im Unterschied zu meinem letzten Besuch ist diesmal etwas weniger los. So kann ich vieles genauer erkunden – zum Beispiel das Formel-1-Rennen im Monaco-Abschnitt.

Nach ein paar Stunden nimmt meine Aufnahmefähigkeit allerdings rapide ab und so verabschiede ich mich wieder aus dem Wunderland.
Stellplatz bei Friedrichstadt

Von Hamburg weiter Richtung Nordsee

Bei Nieselregen zieht es mich weiter. Ich verlasse Hamburg in Richtung Nordsee.

Auf dem Weg nach Friedrichstadt übernachte ich noch einmal auf einem kostenlosen Stellplatz. Denn hier oben wartet noch ein Ziel, das ich auf dieser Reise unbedingt mitnehmen möchte.
Modellbahnzauber Friedrichstadt

Ein letzter Besuch beim Modellbahnzauber

In Friedrichstadt möchte ich den Modellbahnzauber besuchen. Eine kleine Schauanlage, die nur noch bis Ende 2026 geöffnet sein soll. Aus diesem Grund wollte ich sie auf dieser Tour unbedingt noch einmal mitnehmen.

Mal abgesehen davon, dass die Anlage sehr viel kleiner ist als das Miniatur Wunderland, ist sie wirklich sehenswert. In puncto Details kann sie durchaus mit der bekannten Anlage in Hamburg mithalten. Außerdem herrscht jede Menge Zugverkehr.

Eine kleine, liebevoll gestaltete Anlage und für mich ein Besuch, der sich gelohnt hat.
Modellbahnzauber Friedrichstadt

Nach über einer Woche erreiche ich Dänemark

Der Modellbahnzauber ist mein letztes Ziel in Deutschland.

Nach über einer Woche unterwegs erreiche ich schließlich die dänische Grenze.

Wenn ich früher Richtung Skandinavien gefahren bin, wäre die Strecke durch Deutschland vermutlich kaum mehr als die notwendige Anreise gewesen. Diesmal war sie bereits ein Teil der Reise.

Und genau das ist vielleicht der größte Unterschied zu meinen bisherigen Touren:

Ich muss nicht möglichst schnell irgendwo ankommen. Ich bin längst unterwegs.

Mehr dazu im nächsten Artikel.
Veröffentlicht: 17.09.2026
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